Unsere naturreine Olivenölseife ist die klassische Allzweckseife der türkischen Landbevölkerung: Sie dient zum Waschen von Haut, Haar, Kleidern und Teppichen sowie zum Herstellen von Filz. Ihr Duft durchzieht seit Jahrhunderten die Hamams und Waschstuben des Orients. Die Seife leistet aber auch in Schweizer Stadtwohnungen ausgezeichnete Dienste und ist – weil sich mit ihr ebenso Geschirr und Pfannen waschen lassen – die ideale, Platz sparende Begleiterin auf Reisen mit Zelt, Wohnwagen, Fahrrad oder Rucksack.
Hergestellt wird die Seife in einem kleinen Familienbetrieb im südosttürkischen Hatay (Antakya), nahe Aleppo an der syrischen Grenze. Dabei wird Olivenöl und Lorbeeröl in grossen Kesseln mit in Wasser gelöster Sodaasche gemischt und wie seit Tausenden von Jahren auf Holzfeuern erhitzt, bis die Verseifung einsetzt. Am nächsten Tag werden die Kessel erneut erhitzt, und die Zugabe von Salz bewirkt, dass die Seife später fest wird. Nach dem Kochen und Abkühlen wird die Masse in Holzformen gegossen und zum Trocknen ausgelegt. Die Seifensieder zeichnen mit Schnüren die späteren Schnittstellen an und schneiden dann mit Spezialmessern die noch weichen Seifenplatten von Hand in Stücke von rund 7-8 cm Seitenlänge, die dann für mehrere Wochen bis zur vollständigen Trocknung und zum Verkauf gelagert werden. Auf YouTube haben wir ein kurzes, dokumentarisches >Video in Türkisch gefunden, der Einblick in die Seifensiederei der Südosttürkei bietet (leider nicht aus «unserem» Betrieb).
Die Olivenölseife eignet sich wunderbar zur Hand- und Körperpflege: Sie ist mild, trocknet wegen ihres hohen Olivenölgehaltes die Haut nicht aus und vermittelt ein nostalgisches Gefühl von ländlicher Frische und Sauberkeit. Das zugesetzte Lorbeeröl soll die Poren öffnen und sich positiv auf unreine Haut auswirken. Wer allergisch auf Parfüm- und Konservierungsstoffe in Kosmetikprodukten reagiert, wird die unverfälschte Reinheit dieser «Ur-Seife» schätzen.
Beim Haarewaschen ist das Seifenstück eine gesunde und abfallfreie Alternative zu herkömmlichen Shampoos: Einfach die Haare gut nass machen, mit der Seife einige Male über den Kopf fahren, mit dem sofort entstehenden mild-cremigen Schaum die Haare wie gewohnt waschen und gründlich ausspülen. Zum Schluss gibt man etwas Obstessig oder Zitronensaft in einen Krug, verdünnt ihn mit kaltem oder warmem Wasser und spült nach. Das entfernt auch die allerletzten Schaumreste, stellt den Säuremantel wieder her und bringt Glanz ins Haar.
Auch in der Boden- und Möbelpflege lässt sich die Seife verwenden: Offenporige, also nicht lackierte Tische, Bauernschränke oder Stühle, aber auch unversiegelte Parkett- oder Linolböden, Türschwellen oder Fensterbretter werden gründlich sauber, wenn man sie (ohne Nachtrocknen) mit einem feuchten Schwamm abwischt, den man vorher mit der Seife eingerieben hat. Das Olivenöl zieht so ins Holz ein und hinterlässt bei regelmässigem Gebrauch einen seidenmatten Glanz. In der Türkei legt man zudem Seifenstücke in die Schränke, um Ungeziefer abzuhalten.
Die Olivenölseife wird bei Fanafillah seit dem ersten Geschäftstag 1992 in Stücken zu rund 180 Gramm verkauft und kostet auch nach 15 Jahren nur fünf Franken. Viele Seifen-Kunden sind uns über Jahre treu geblieben und kommen zum Teil von weit her. Wir freuen uns, wenn das urtümliche Stück auch in Ihrem Haushalt unentbehrlich wird.
PS: Mehr für Bad und Hamam finden Sie >hier .