Nach arabischem Originalrezept stellt man die Hennamischung einen Tag vor der Anwendung her und lässt sie zugedeckt ziehen – Eilige können sie aber auch sofort verwenden. Man vermischt zuerst das Hennapulver mit dem Eigelb und dem Olivenöl und giesst nachher soviel starken Schwarztee dazu, dass ein streichfähiger Brei ensteht. Ist der Brei am nächsten Tag zu trocken, gibt man noch einmal etwas Tee dazu.
Rezept:
1 Tasse Hennapulver
1 Eigelb (kann auch weggelassen werden)
2 Esslöffel Olivenöl
starker schwarzer Tee
Auf das frisch gewaschene und leicht vorgetrocknete Haar wird dann der grüne Hennabrei mit einem breiten Pinsel oder mit der Hand (evtl. Plastikhandschuhe verwenden) aufgetragen. Geben Sie dabei acht, dass keine Breireste auf der Stirne, an den Ohren oder auf Ihren Kleidern kleben bleiben (Henna färbt alles). Dann bedecken Sie die Haare mit einer Plastikhaube oder einem Stück Alufolie, um durch die Wärme die Wirkung zu unterstützen, Die Einwirkungszeit kann zwischen ca. 15 Minuten für helles und bis zu 2 Stunden für schwarzes Haar variieren. Testen Sie die Färbewirkung an einer abgeschnittenen oder verdeckten Haarsträhne, bevor Sie das erste Mal Henna benutzen (Farbe nach dem Trocknen der Strähne beurteilen)! Nach dem Einwirken werden die Haare gründlich gewaschen, um die öligen Rückstände zu entfernen.
Im Gegensatz zu chemischen Haarfärbemitteln entfärbt Henna das Haar nicht, um ihm dann eine neue Farbe zu geben. Die färbenden Stoffe des Hennapulvers entwickeln sich erst durch Fermentation (d.h. während des Gärprozesses im angerührten Henna-Breies) und gehen dann mit dem Haar eine dauerhafte Verbindung ein. Die Farbe umschliesst also das Haar, lagert sich rundherum ab, gibt ihm Festigkeit und lässt die Originalfarbe durchschimmern. Dadurch wird bei richtiger Anwendung naturblondes Haar mit Henna tizianrot, kastanienbraunes Haar hell-mahagonirot, dunkelbraunes und schwarzes Haar erhält sanfte Rotreflexe. Das gefürchtete Henna-Karottenrot entsteht, wenn man entweder die Färbung zu lange einwirken lässt oder blondgefärbtes sowie weisses oder graues Haar mit Henna behandelt (weil ganz helles bzw. weisses Haar kaum mehr eigene Farbpigmente aufweist, ist es fast durchsichtig und zeigt deshalb die Hennafarbstoffe leuchtend orange).
In islamischen Ländern gilt zudem auch das Färben der Haut, vor allem der Handflächen, oder der Fingernägel als Glück und Segen bringend. In der «Henna-Nacht» vor einer traditionellen Hochzeit besucht die Braut zusammen mit ihren Freundinnen und weiblichen Familienmitgliedern das Hamam, wo nach gemeinsamem Dampfbad Haare und Haut mit Henna gefärbt werden. Vor allem in Indien, Pakistan oder Nordafrika überzieht die Kunst des Mehndi Hände und Füsse der Frauen mit filigranen Hennamustern wie aufwendige Spitze.
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